Traditionelles Essen
Mit gemütlichen 50kmh schlägeln wir uns ins Hochland. Nun, es
ist nicht das richtige Hochland Sri Lankas, Mittelland vielleicht, aber es ist
kühler, trockener, es gibt Wälder, die auf den ersten Blick wie heimische
Laubwälder, auf den zweiten wie Regenwälder aussehen. Der Himmel bedeckt
sich, es ist angenehm warm. Bis jetzt hatten wir nur einige Tage knallende Sonne,
natürlich immer dann, wenn wir gerade in einer Stadt waren!
Joachim erzählt aus seinem Leben. Eine seiner Töchter hat einen deutschen
Urlauber geheiratet, auf diese Weise bekam er die gute "Verbindung" zum Internet.
Es ist interessant, ihm zuzuhören.
"Ich war schon viermal in Deutschland", erzählt er.
"Mein Schwiegersohn fährt etwas schneller als wir hier. 240 auf der Autobahn!
Ich habe gesagt `wow, fahr nicht so schnell!` Da ist er dann 220 gefahren."
Er winkt ab, der Fahrer lacht, fragt auf Singali noch mal nach. Doch, bestätigt
Joachim, 240!
Wie ihm Deutschland gefällt, frage ich. Er ist begeistert.
"Sehr gut! Bei euch ist es sehr viel sauberer, die Straßen sind breiter.
Gut, es ist auch kälter bei euch. Wenn wir am Flughafen in sein Auto steigen,
sage ich immer `mach mal die Heizung an`."
Wir halten bei einem "very best friend", von denen Joachim viele auf der Strecke
hat.
Das kleine Restaurant an der Straße, schon mitten in Dambulla, sieht aus
wie ein Sammelsurium von einem Flohmarkt. Allerlei verstaubte Teller, in einer
alten Vitrine versammelt, sollen wohl von allen Ländern gesammelt sein.
Der Besitzer zeigt stolz einen aus Italien, ein anderer sieht thailändisch
aus. Auf einem anderen Schrank stehen dicht an dicht blinde Messingfiguren.
Buddhas, Elefanten, Tellerchen, Döschen.
Wir haben nicht viel Hunger.
"Er macht das beste traditionelle, singalische Essen!" schwärmt Joachim.
Trotzdem hätten wir nur gern einen Snack. Bestellen Sandwich, werden überredet
doch Reis und Curry zu nehmen, bekommen die Zusage, es sei nicht viel und haben
es dann auch ganz schnell auf dem Tisch. Da haben wir also die Lösung:
Es gibt hier gar nichts anderes!
Der Reis riecht wie immer streng, ein bißchen nach Jauche, was aber seltsamerweise
keine Touristen außer uns riechen! In vielen kleinen Schüsselchen
gibt es verschiedene Sachen, bei denen ich schließlich herausbekomme,
daß man sie mit dem Reis mischen muß, etwa wie Soßen.
Unser Essen in diesem Urlaub:
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Das sind zwei mittelgroße Fische - sie werden auf Bananenblättern serviert. (Villa Temple Flower) |
Reis und Curry, zu der Reisschüssel in der Mitte gibt es unzählige kleine Schüsselchen |
Wir essen oft nur Früchte, bestellen uns Obstteller. So süß bekommt man sie in Deutschland nicht. |
Eine Art
zähe Fleischstückchen gibt es, Rind, mit sehr kräftiger Soße.
Grüne, mehreckige Stangen, die sehr holzig sind (ich begreife erst allmählich,
daß man das Innere herausschälen muß) aber gut schmecken. Kleine
eckige Stückchen, die mich irgendwie an Speck erinnern, in einer zähen
Soße - das ist Mangochutney, süß und chilly-scharf, aber sehr
passend zu Reis. Es gibt auch Kohlrabi, den ich nun wirklich nicht erkannt hätte,
und Linsen, die absolut wie Erdnüsse aussehen. Dann auch noch Zwiebeln,
die an Porree erinnern in scharfer Soße, alles in allem ein interessantes
Essen, jedoch nix für die Dauer.
Ich würde auch gern mal zur Toilette. Der Besitzer zeigt mir den Weg. Zuerst
komme ich durch die Küche wohl, in der die Angestellten gerade essen, aus
Schüsseln, Reis, mit den Fingern. Sie sehen mich staunend an. Dann weiter,
einen Gang entlang, ich fürchte schon in die Privaträume zu kommen,
dann irgendwann rechts in ein Gästezimmer hinein. Eine einzelne Toilette
gibt es hier nicht. Nunja, in diesem Zimmer würde ich nur wohnen wollen,
wenn mir wirklich die Augen zufallen. Matrazen auf einfachen Bettgestellen,
schon von Generationen benutzt, ein fleckiges Moskitonetz darüber, noch
kein Bettbezug. Hinter dem kleinen Fensterchen eine Mauer, wohl der Blick auf
den Hinterhof. Allerlei Geschirr, Schüsseln, Eimer in der Toilette, jedoch
keine Dusche. Ein winziges Waschbecken. Ich denke mal nicht, daß hier
Touristen schlafen.
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