Dorfspaziergang
- das unverfälschte Sri Lanka
Pammunugama ist ein Dorf, so wie es viele hundert in Sri Lanka gibt. Ihnen
allen gemein ist sicher, dass es kein Straßenschild gibt, dass sie ankündigt,
zumindest kein auf Anhieb erkennbares, und dass die Leute noch aufrichtig freundlich
zu Touristen sind.
Entlang der Straße stehen Häuser aus Stein, viele sehen alt aus,
manche sind neu gebaut, die Ziegel noch nicht verputzt. Statt Türen gibt
es Vorhänge, über der Tür ein verblichenes christliches Bild,
so wie es auch mehrere kleine Christusstatuen hinter Glas am Straßenrand
gibt. Der Wind weht den Vorhang beiseite, ein Fernseher läuft, im Hof scharren
gut genährte Hühner über den blank gekehrten Sandboden.
Ein Hund beginnt zu bellen,
weckt die Nachbarhunde, damit die auch den Fremden melden können. Ein Mann
liegt auf einer Mauer und liest. Frauen stehen mit Benzinkanistern am Straßenrand,
Wasser rieselt herein, bis sie voll sind, kann es dauern. Sie sehen uns an,
lächeln, sagen nichts. Ein Fahrrad mit einem Mann in Uniform kommt vorbei.
Schrill klingelt er. Das ist die Post, Frauen kommen langsam heran, aus seinem
Stapel mit einem Gummiband nimmt er die Briefe und spricht dabei. Vielleicht
erzählt er ja, was in dem Brief steht?
Kinder in Schuluniform gehen an uns vorbei, lächeln ganz offen, aber vorsichtig
von unten. Eine Frau mit einem kleinen Mädchen auf dem Arm lacht uns an,
sagt zu ihrer Enkelin sicher, sie solle winken. Immer wieder bleiben Frauen
mit ihren Kindern stehen, warten, bis wir heran sind, dann winken die Kinder,
die Frauen lächeln, wir winken und lachen zurück. Ein Schulbus zwängt
sich durch die Sandstraße, johlend winken die Kinder uns zu, die Lehrerin
lächelt kopfschüttelnd.
Die Sonne brennt, am kleinen Kanal, der auf der einen Seite von dem Dorf, auf
der anderen von Kokoshainen gesäumt wird, reparieren Fischer ihre Motorboote.
Das Dorf ist nicht allzu arm, nur wenige Hütten bestehen aus Holz oder
Palmwedeln. Und dann wird meist im Hintergrund ein Steinhaus gebaut.
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Durch Pammunugama zieht sich ein Kanal, der zum Meer führt. Kokoshaine stehen auf der einen, Hütten auf der anderen Seite |
Unter den Palmen wohnen die Leute, die die Nüsse ernten und verkaufen. Die Boote legen am improvisierten Steg an |
Es gibt auch reich aussehende Villen. Die Leute hier verdienen sicher gut, oder haben gute Beziehungen. |
Die Grundstücke sind
durch Zäune aller Art voneinander getrennt. Stacheldraht, Palmwedel, sporadische
Holzlatten, was gerade zur Verfügung stand. Hibiskus in den verschiedensten
Ausführungen blüht, selbst wenn die Hütte noch so arm aussieht,
ein blühender Strauch steht überall.
Wir gehen zurück, zu heiß ist es geworden. Aber es ist ein wohltuender
Spaziergang gewesen in diesem kleinen Dorf, so ganz abseits der gewohnten europäischen
Hektik, inmitten der asiatischen, freundlichen Vertrautheit, die wir nicht in
den Touritstenzentren sehen werden.
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Am Abend gibt es Fisch im Temple Flower. Joachim hat vom Markt einen riesigen
Barracuda mitgebracht. Zart ist das Fleisch, schmeckt gar nicht nach Fisch,
kläglich mauzend verlangt der verwöhnte Kater seinen Anteil, er verschlingt
die ganze Gräte und den Schwanz.
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