Alles
aus Holz
"Du wolltest doch einen holzgeschnitzten Elefanten", sagt Joachim auf der
Rückfahrt.
"Ich kenne einen guten Laden, sehr gute Preise". Ich bin skeptisch, schließlich
ist das auch wieder ein "very good friend" von ihm. Der Laden gleich an der
Straße, mit der Schnitzerei gleich daneben, sieht sehr vornehm aus. An
der Tür prangt das Kreditkartenzeichen, ich fürchte schon, hier gibt
es nur Festpreise. Der Besitzer zeigt uns ein paar Holzsorten, recht interessant
muß ich zugeben. Ein Klotz Ebenholz, so groß wie ein halbes Brot,
wiegt bald soviel wie eine Hantel. Ein doppelt so großes Stück Balsaholz
ist leicht wie ein halbes Brot. Er schabt Späne aus einer roten Holzsorte,
wirft sie in heißes Wasser, das Wasser färbt sich dunkelrot. Er gibt
einen Tropfen aus einem Fläschchen hinzu, das Wasser wird gelb. Dann ein
weißes Pulver, das Wasser wird leuchtend rosa.
"Damit sind auch die Wolkenmädchen gemalt worden", erklärt er.
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Der Chef mit einem seiner Prachtstücke. Für 2600$ kann man es haben. |
Mir gefiel besonders dieses Stück - sagenhaft! Da muß man erst mal erkennen, wenn man nur eine Wurzel vor sich hat, daß diese Figur "drin" ist. |
Seit 50 Jahren schnitzt er schon. Für die Elefantenfiguren, die er gerade bearbeitet, braucht er keine Schablone mehr. |
Im Nebenraum sieht es aus wie in einer Freiluftwerkstatt. Ein Holzstück
wird von zwei Männern mit einer groben Säge zerteilt, ein Mann hämmert
an einem dicken Elefanten herum, den er zwischen die Füße geklemmt
hat, ein junger Mann poliert eine Maske mit Sandpapier. Wir sehen gespannt zu,
werden in den Verkaufsraum eingeladen.
Ich wähle schließlich eine relativ große Figur aus drei Elefanten,
handle ihn herunter von 75, - auf 60,- DM und bin damit sehr zufrieden.
Ein Riesenelefant steht am Eingang, hüfthoch, aus einem Teil geschnitzt.
Was kostet soetwas? Und wie bringt man das nach Hause? Mit dem Schiff sagt er,
inklusive des Transportes 2600$. Das scheint schon fast fair zu sein.
Joachim und Deepal sehen noch immer dem Schnitzer zu. Ein kleiner, hagerer Mann
mit starken Armen, hat einen eckigen Klotz in einen Schraubstock gespannt. Er
bearbeitet ihn ohne jede Schablone mit Hammer und Beitel. Das wird dieselbe
Figur, die wir gerade gekauft haben, der kleine Elefant an der Seite ist bereits
grob zu erkennen.
"Seit 50 Jahren macht er das", erklärt Joachim, "und für die Figur
braucht er sechs Tage.
Er bekommt als Festlohn ungefähr 8000Rs im Monat. Und noch einmal etwas
für jede Figur."
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