Von Menschen und Tieren

Im seichten Wasser auf dieser Seite der Bucht breitet sich ein dunkler Fleck aus. Mehr als zehn Meter lang, ungefähr fünf Meter breit wechselt er ständig Form und Richtung. Zum ersten Mal in meinem Leben setzte ich mir eine Taucherbrille samt Schnorchel auf und begebe mich unter Wasser. Erstaunlich, diese Erfindung, mit der man ja nun sogar hier atmen kann. Wieso bin ich nicht früher darauf gekommen, sowas in den Urlaub mitzunehmen ?
Der Fleck entpuppt sich als eine Unmenge winziger Fischchen, silbern, schlank, zu klein für den Suppentopf. Ich schwimme hinein. Wie auf Kommando machen mir alle Platz, verbinden sich hinter mir wieder, ich befinde mich in einem akkuraten Kreis. Was man sonst nur im Fernsehen sieht, hier erlebe ich, welche Faszination so etwas auf jeden Taucher ausüben muß. Alle Fischchen schwimmen in eine Richtung. Einige Querulanten nehmen die Gegenrichtung, andere schließen sich an, Gegenverkehr ohne Unfall. Etwas größere, blau - gelb gestreifte Fische stoßen von unten in den Schwarm. Alles spritzt auseinander, den oberen bleibt nur der Sprung aus dem Wasser. Der Schwarm beruhigt sich, formiert sich neu, glitzert im flachen Wasser in der Sonne.
Ein regelmäßiger, kleinerer, dunkler Fleck taucht auf. Ich bin überrascht. Eine Riesenschildkröte taucht unter mir entlang. Sie ist sicher einen Meter lang, paddelt mit den Flossen langsam vor sich hin, sieht mich kurz an und schnappt sich eine Mahlzeit vom Boden. Ich traue mich nun doch - fasse hinter dem Kopf an den Panzer und lasse mich von ihr ziehen. Sie stutzt kurz, beschleunigt ihre Fahrt, zieht mich einige Meter mit und taucht dann langsam ab um mich loszuwerden. Ohne jede Eile beschäftigt sie sich wieder mit ihrem Futter und paddelt weiter an den flachen Strand. Hier gibt es keine Gefahr für sie, Riesenschildkröten stehen unter Naturschutz, lediglich den lästigen Schnorchlern müssen sie sich erwehren.

Unzählige Strandhunde leben als Rudel hier. Sie sind zu jedermann freundlich

Tausende silberner Fischchen umrunden mich im flachen Wasser

Eine Riesenschildkröte schwimmt gelassen an mir vorbei

Natürlich gibt es auch Menschen, die für andere Menschen einfach nur lästig sind. Nicht immer und überall ist alles nur positiv. Vielleicht ist das Negative auch nur nur dazu da, das Positive umso intensiver zu erleben. Gerade für mich als alleinstehende Frau und "Nicht-Partygänger" ist es nervig den ständigen Versuchen der Männer zu entgehen, mit mir ins Gespräch zu kommen. Teilweise fühle ich mich dann an Fliegen erinnert, die einen Futterplatz umschwärmen. Am Ende hilft mir nur "Ich versteh` kein Englisch...".
So zum Beispiel die Truppe "Arbeitskollegen", die das Wochenende, irgendeinen Cricketsieg feiernd, am Strand von Unawatuna verbringen wollten. Die meisten waren ja betrunken, aber trotzdem auch in diesem Zustand noch nett und ohne eine Spur von Aggressivität. Wir unterhielten uns über die Arbeit, wer wieviel verdient, was das Leben so kostet hier und bei uns... natürlich kam dann die Frage, wo mein Mann sei und ob ich Sri Lanka Boys liebe.
Ein anderes Mal geriet ich wohl an einen Terroristensymphatisanten, der mir die ganze Zeit erklärte, wie toll doch eigentlich Vergeltungsschläge seien. Da half nur noch "I don`t understand" um das Gespräch zu beenden.

Krabben am Strand zu fotografieren ist gar nicht so leicht.


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