Safari
Am Nachmittag
starten wir mit Jeeps zur Safari in den "Uda Walawe National-park". Elefanten
kann man hier sehen, Büffel vielleicht, Vögel - es gibt keine Garantie.
Die offenen Jeeps sind schlecht gefedert, oder die Straßen sind löchriger
als vermutet. Die Sitze erinnern an Holzbretter, blaue Flecken sind nicht zu
vermeiden.
Die Fahrt führt am eingezäunten Nationalpark entlang, bis zu dessen
Eingang. Strom liegt an den Zäunen an, erklärt der deutschsprechende
Reiseleiter. Abends um sieben Uhr wird er eingeschaltet, sonst würden die
Elefanten zu den Feldern kommen und sich durchfressen.
Holpernd geht die Fahrt eine ausgewaschene Sandspur entlang durch den Park.
Die Wagen schwanken bedrohlich, unglaubliches leistet der Motor, ich sehe mich
im Geiste mehrmals schieben. Die Landschaft ist karg. Gras und Gebüsch
überall, einige Bäume - Savanne. In der Ferne leuchtet das Hochland
in der langsam tiefer sinkenden Sonne. Blau und grau heben sich die sanft geschwungenen
Berge voneinander ab.
Ein junger Mann in der khakifarbenen Uniform des Parkes und grauem Rangerhut
begleitet uns. Er steht hinten im Wagen, angelehnt an die Überrollbügel
des Jeeps. In der Hand eine Münze, mit der er leise an die Holme klopft
um dem Fahrer das Halten zu signalisieren.
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Unbeeindruckt überqueren die Elefanten die Straße |
Die trockene Savannenlandschaft mit dem Hochland im Hintergrund |
Zwei Minibullen proben ihre Kräfte im Spiel |
"Elefant"
sagt er und weist auf einen schwarzen Buckel im Gras. Klick, klick - halt. Es
hätte auch irgendein Stein sein können. Ich muß lange suchen
um was zu sehen.
Klick, klick - weiter geht es. Die Münze erspart jedes weitere Wort.
Gespannt stehen wir nun alle schweigend zwischen dem Gitter der Bügel.
Jeder noch so kleine Buckel auf dem Weg beschert mir einen weiteren blauen Fleck
auf den Hüftknochen - oder eine dunklere Farbe der bestehenden.
"Elefant" sagt er wieder. In zu großer Entfernung beschäftigt sich
eine Herde mit dem Abendbrot.
Dann haben wir jedoch auch Glück. Zehn Meter neben der Straße grast
eine Herde Elefanten. Nimmt keine Notiz von uns. Der Fahrer schaltet den Motor
aus. Das einzige Geräusch ist der singende Dauerton der Grillen. Grummelnd
bewegen sich die staubigen Tiere weiter. Behäbig, nur keine Eile. Zwei
Jungbullen, denen erste Stoßzähnchen aus dem Maul wachsen, balgen
sich. Ein gutes Motiv. Das sieht nicht so langweilig aus wie entfernt grasende
"Steine".
Der Ranger tippt mich an, weist auf seinen Arm. Eine dicke Spinne, irgendwie
einer Miniaturvogelspinne ähnlich, läuft darauf entlang. Ich bin begeistert,
lasse sie umsteigen auf meine Hand, betrachte ihr buntes Rückenmuster.
Eine Vogelspinne als Haustier, das ist schon lange so ein Spleen von mir. Wenn
nur nicht das Futterproblem wäre.
Der junge Mann weicht zurück, weiß nicht so recht, was er nun mehr
fürchten soll, die Spinne, oder mich. Ich biete ihm sein "Haustier" wieder
an, er erklärt mit einer knappen Geste, das er Angst davor hat. Komisch
- er hat doch den ganzen Tag mit Tieren zu tun...
Wir begegnen noch unzähligen Elefanten auf unserer Rundstrecke. Auf dem
Rückweg überquert gerade eine Gruppe hinter dem vor uns fahrenden
Jeep die Straße. Ein Baby ist dabei. Warnend greift ein Bulle mit wedelnden
Ohren unseren Wagen an. Einen Meter vorher bricht er seine Attacke ab. Selbstverständlich
ist gerade jetzt mein Film voll.
Etwas weiter starrt eine Herde Büffel am Wasserloch auf die Fahrzeuge.
Alle sehen in eine Richtung, scheinen zu warten, wer die Initiative ergreift.
Einen Bullen packt es dann wohl. Er will "die Kurve kratzen", stolpert, stürtzt,
wedelt mit den Hufen in der Luft, springt panikartig auf und verleitet die Herde
zur völlig unnötigen Hals-über-Kopf Flucht. Eine Mutter mit Kalb
bleibt im Wasserloch zurück, sieht den Davoneilenden nach, trottet gemächlich
hinterdrein.
Die Sonne ist verschwunden, etwas teilnahmslos lassen wir uns zurück ins
Hotel fahren. Was für ein stressiger Tag. Es gibt auch mit Sicherheit keinen
sauberen Fleck mehr an uns. Der gelbe Staub der Straßen hat alles eingefärbt.
Meine Kamera sieht aus wie gepudert, ich kann mich nur auf meine Erfahrung verlassen,
daß sie so etwas noch nie übel genommen hat. Objektive und Filter
brauchen ebenfalls eine Reinigung, auch wenn sie die ganze Zeit über in
der Tasche geschützt waren.
Die Nacht im Hotel verspricht auch nicht sehr erholsam zu werden. Hatten wir
uns noch gefreut, einmal nicht von den "Kreischhühnern" geweckt zu werden,
zeigt hier ein anderes Tier seine Beharrlichkeit. Am Seeufer müssen Hunderte
von Fröschen lagern !
Lautes Quaken in allen Tonhöhen und Variationen, vermischt mit dem Gesang
der Grillen - das wird ja eine schöne Nacht werden. Seufzend begeben wir
uns unter die - hier sehr notwendigen - Moskitonetze und hoffen, es werde ihnen
bald die Luft ausgehen.
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